Zabbix Hosts und Geraete anlegen

Hosts anlegen

Alle überwachten Geräte behandelt der Zabbix-Server als Hosts. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Server, Switches, Router, Speichergeräte oder Ähnliches handelt. Sobald ein Gerät mit einer IP-Adresse im Netzwerk ansprechbar ist, kann es als Host angelegt und von Zabbix überwacht werden. Ob auf einem Host der Zabbix-Agent installiert ist, ist für das Anlegen des Hosts unerheblich. Später erfahren Sie, wie Sie viele Daten auch ohne den Zabbix-Agenten sammeln werden.

Der Zabbix-Agent ist nur eine von vielen möglichen Datenquellen. Auf vielen Geräten kann der Zabbix-Agent nicht installiert werden. Das ist auch nicht notwendig, da zahlreiche andere Datenlieferanten genutzt werden können.

Das Anlegen eines Hosts ist immer der Ausgangspunkt jeder Konfiguration.

Über das Hauptmenü Configuration|Hosts können Sie neue Hosts hinzufügen und die vorhandenen Hosts bearbeiten.

Klicken Sie entweder oben rechts auf Create, um einen neuen Host anzulegen, oder klicken Sie auf einen Hostnamen in der Spalte „Name“ in der Übersicht der Hosts, um vorhandene Hosts zu bearbeiten.

Die Konfiguration eines Hosts besteht aus folgenden Angaben:

Name

Im Feld „Name“ geben Sie dem Host einen Namen, über den dieser von Zabbix verwaltet wird. Dieser Name muss nicht identisch mit dem DNS-Namen sein. Wenn Sie keine aussagekräftigen DNS-Namen verwenden, können Sie trotzdem für Ihre Überwachung innerhalb von Zabbix aussagekräftige Namen einführen. Es ist aber auch eine gute und gängige Praxis, die Felder „Name“ und „DNS name“ mit dem DNS-Namen auszufüllen. Bei der Eingabe des Feldes „Name“ müssen Sie sich nicht an die DNS-Namensnotation halten, das heißt, Sie können Leerzeichen verwenden. Als Sonderzeichen sind nur Minus und Unterstrich erlaubt. Ab der Version Zabbix 2.0 gibt es die Möglichkeit, einen zusätzlichen angezeigten Namen (Visible name) zu vergeben. Dieser kann alle Sonderzeichen enthalten.

Es ist gute Praxis, in einem Netzwerk ein einheitliches Namenskonzept umzusetzen. DNS-Name, Systemname, Hostname und Name in Zabbix sollten gleich sein. Unterschiedliche Namen können zu Problemen und Missverständnissen führen. Im Zweifelsfall weiß der Kollege nicht, für welchen Rechner Zabbix eine Nachricht verschickt oder zu welchem Host Messwerte gehören.

Groups, New Group

Über die Felder „Groups“ und „New Group“ ordnen Sie einen Host einer oder mehreren Gruppen zu. Ein Host kann Mitglied in beliebig vielen Gruppen sein. Möchten Sie einen Host einer Gruppe hinzufügen, welche noch nicht existiert, tragen Sie den Namen der neuen Gruppe in „New Group“ ein. Die Gruppe wird dann angelegt und der Host hinzugefügt. Das gleichzeitige Hinzufügen eines Hosts sowohl in eine vorhandene als auch in eine neue Gruppe ist ebenfalls möglich.

Interfaces

Damit der Zabbix-Server einen Host per Netzwerk überwachen kann, müssen Sie entweder einen DNS-Namen oder eine IP-Adresse angeben und sich über die Auswahl „Connect to“ entscheiden, ob der Host per IP-Adresse oder DNS-Namen angesprochen werden soll. Um die Hosts besser zu identifizieren, können Sie auch einen DNS-Namen eintragen, obwohl Sie den Host per IP-Adresse überwachen lassen. Beachten Sie, dass Sie sich von einem DNS-Server abhängig machen, wenn Sie Hosts per DNS-Name überwachen. Der Ausfall des DNS-Servers kann ggf. zu vielen Alarmen führen. Ab der Version Zabbix 2.0 können Sie für einen Host beliebig viele IP-Adressen oder DNS-Namen hinterlegen. So ist es möglich, mehrere Dienste auf einem Host zu überwachen, die sich an verschiedene IP-Adressen binden.
Über die Schaltflächen „Type“ geben Sie an, zu welchem Dienst sich der Zabbix-Server verbinden soll. Auch wenn auf dem überwachten Host kein Zabbix-Agent installiert ist, belassen Sie es bei der Standardeinstellung „Agent“. Der Zabbix-Server stellt erst dann eine Verbindung zum Agenten her, wenn ein entsprechendes Item angelegt wird. Auch Hosts, die nur über Portscans und Pings überwacht werden, legen Sie mit dem Interface-Typ Agent an.
Wenn Sie einen Host auch per IPMI (Intelligent Platform Management Interface), SNMP oder JMX überwachen möchten, fügen Sie ein zusätzliches Interface hinzu. In den meisten Servern arbeiten die IPMI-Boards autark, das heißt unabhängig vom installierten Betriebssystem. Die IPMI-Schnittstellen verfügen deshalb auch über einen unabhängigen Netzwerkzugang und haben eine gesonderte IP-Adresse, die Sie zusätzlich zur IP-Adresse des Betriebssystems hinzufügen. Über den Reiter IPMI geben Sie dann die IPMI-Zugangsdaten ein. Wenn die SNMP- oder JMX-Agenten auf derselben IP-Adresse wie das Betriebssystem antworten, tragen Sie diese trotzdem in den entsprechenden Interfaces ein.

Ein Host kann über verschiedene Interfaces überwacht werden.

Monitored by proxy

Wenn Sie in einem größeren Setup Zabbix-Proxys verwenden, dann können Sie über das Dropdown-Menü „Monitored by proxy“ einen der vorher konfigurierten Proxys auswählen. Wenn noch keine Proxys konfiguriert wurden, steht diese Auswahl beim Anlegen eines Hosts nicht zur Verfügung.

Status

Über das Dropdown-Menü „Status“ können Sie auswählen, ob der Host überwacht werden soll oder nicht. Wenn Sie einen Host neu anlegen, dieser aber noch offline ist, können Sie einen falschen Alarm vermeiden, indem Sie den Host sofort als „not monitored“ kennzeichnen. Wenn Sie später Hosts für längere Zeit aus dem Netz nehmen, können Sie die Überwachung auch temporär abschalten, indem Sie einen Host in den Status „not monitored“ versetzen. Bei bereits konfigurierten Hosts erreichen Sie dies auch, indem Sie in der Übersicht der Hosts einmal in der Spalte „Status“ auf den grünen Link Monitored klicken. Dadurch wechselt der Status sofort auf „Not monitored“.

Templates

Über den Reiter Templates können Sie einem Host ein vorgefertigtes Setup von Items, Graphen und Triggern zuordnen. Wählen Sie dazu die entsprechenden Templates aus. Beim Entfernen von Templates wird zwischen unlink und unlink and clear unterschieden. Unlink entfernt die Verbindung zwischen Host und Templates. Die vom Template geerbten Konfigurationen (Items, Graphen, Trigger) bleiben aber erhalten. Alle Änderungen am Template wirken sich nicht mehr auf den Host aus. Mit unlink and clear wird die Verbindung zum Template entfernt und alle Konfigurationen und gesammelten Daten des entsprechenden Templates werden für den Host gelöscht.

Clone, Full Clone

Wenn Sie einen vorhandenen Host bearbeiten, stehen Ihnen noch die Funktionen „Clone“ und „Full Clone“ zur Verfügung. Über diese Funktionen legen Sie einen neuen Host an, der alle Einstellungen wie Gruppenzugehörigkeit, Items und Trigger von einem anderen Host übernimmt. Das Clonen von Hosts ist eine sehr effektive Möglichkeit, viele Hosts anzulegen und zu konfigurieren. Der Unterschied zwischen „Clone“ und „Full Clone“ besteht darin, dass mit der Funktion „Clone“ nur die Werte für „Groups“, „Monitored by“, „Link with Template“, „Use IPMI“ und „User Profile“ übernommen werden. Items und Trigger werden nur dann übernommen, wenn diese über ein Template konfiguriert wurden. Sind einem Host Items und Trigger ohne Template zugeordnet und Sie möchten diese beim Clonen auf einen neuen Host übertragen, dann benutzen Sie die Funktion „Full Clone“.

DRY, don't repeat yourself! Was in der Programmierung gilt, gilt auch bei Zabbix. Bevor Sie jetzt damit beginnen, alle Ihre Hosts anzulegen, die Sie später einmal überwachen möchten, lesen Sie erst das Kapitel über die Zabbix-Templates. Eine gute Praxis ist es, möglichst wenige Items und Trigger für konkrete Hosts anzulegen. Den Großteil legen Sie in Templates an. Die Hosts übernehmen dann Items und Trigger von den Templates.
Einen neuen Host hinzufügen in Zabbix 2.4
Einen neuen Host hinzufügen in Zabbix 3

Verschlüsselung

Seit Zabbix Version 3.0 kann die Kommunikation zwischen Zabbix-Server und den Agenten verschlüsselt erfolgen. Um diese Möglichkeit nutzen zu können, müssen Server und Agent mit der Option --with-openssl, --with-gnutls oder --with-mbedtls kompiliert werden. Eine detaillierte Anleitung, wie Sie eine verschlüsselte Verbindung zwischen Server und Agent einrichten, finden Sie im Kapitel Verschlüsselte Verbindungen

Gruppen anlegen und Hosts zusammenfassen

Selbst für das kleinste Zabbix-Setup ist das Gruppieren der Hosts in Hostgruppen unerlässlich. Die Gruppen helfen Ihnen, die überwachten Geräte in logische Einheiten zusammenzufassen. Serverstandorte sollten in Gruppen abgebildet werden. Aber auch die Funktion oder der primäre Dienst, den ein Server ausliefert, sollte über eine Gruppenzugehörigkeit erkennbar sein, beispielsweise Mailserver, Webserver, Name-Server. Ein Host kann und sollte in mehreren Gruppen Mitglied sein.

Wenn Sie schon an anderer Stelle, zum Beispiel in Netzwerkdiagrammen, eine Gruppierung Ihrer Hosts vorgenommen haben, ist es empfehlenswert, diese Gruppierung in Zabbix zu übernehmen.

Über das Menü Configuration|Host groups können Sie Gruppen anlegen und umbenennen. Alternativ können Sie neue Hostgruppen auch zusammen mit einem Host anlegen.

Eine Reihe von Hostgruppen werden zusammen mit der Zabbix-Serverinstallation automatisch angelegt. In der Gruppe „Templates“ sind bereits zahlreiche Templates enthalten. Diese Beispieltemplates sind sinnvolle Hilfen zur Erstellung eigener Templates. Damit Sie die eigenen von den Beispieltemplates unterscheiden können, ist es ratsam, eine neue Gruppe für die eigenen Templates anzulegen. Oder Sie benennen die Gruppe der mitgelieferten Templates um in zum Beispiel „Zabbix Templates Examples“.

Durch Anklicken einer vorhandenen Gruppe können Sie den Namen der Gruppe ändern und Hosts hinzufügen oder entfernen.

Um die Mitgliedschaft eines Hosts in einer Gruppe zu ändern, können Sie auch die Eigenschaften des Hosts ändern.

In der Übersicht der Hostgruppen können Sie durch Auswählen einer oder mehrerer Gruppen im Kontrollkästchen der ersten Spalte eine oder mehrere Gruppen inklusive aller enthaltenen Hosts zeitweise von der Überwachung ausschließen. Der Status aller Mitglieder wird auf „not monitored“ gesetzt. Die Hosts werden dann in der Spalte „Members“ rot markiert.