Zabbix Installation planen und vorbereiten

Die Zabbix-Installation planen

Zabbix ist eine Open-Source-Monitoring-Lösung. Aufgrund des frei verfügbaren Programmcodes ist es möglich, Zabbix auf einer Vielzahl von Betriebssystemen zu installieren.

Für dieses Manual wurde der Zabbix-Server auf den folgenden Linux-Distributionen installiert:

  • Debian und Ubuntu
  • CentOS (kompatibel mit RHEL und Oracle Linux )
  • SUSE Linux Enterprise Server
  • OpenSUSE

Auf der Webseite von Zabbix werden neben Linux auch noch HP-UX, AIX, Free BSD, Open BSD und Mac OS X als unterstützte Betriebssysteme für den Zabbix-Server und Zabbix-Agenten genannt.

Den Zabbix-Agenten können Sie zusätzlich noch auf folgenden Betriebssystemen installieren:

  • Tru64/OSF1
  • Windows ab Version NT4.0

Damit dürften alle gängigen Systeme abgedeckt sein, so dass sich Zabbix nicht nur auf die Überwachung von unixähnlichen Systemen beschränkt. Außerdem ist Zabbix in der Lage, eine Vielzahl von Daten per SNMP, IPMI, SSH oder eigenen Erweiterungen abzufragen, so dass Sie auch Switche, Router, Drucker oder Ähnliches überwachen können.

Zabbix wurde auf einer Linux-Plattform entwickelt. Daher ist die Installation auf einem Linux-System sehr einfach. Die Installation auf einem Unix-System wie beispielsweise Solaris ist u.U. umständlich, weil die von Zabbix benötigten Bibliotheken nicht zur Verfügung stehen und ebenfalls aus den Quellen kompiliert werden müssen.

Es gibt keine Linux-Distribution, die sich besonders für die Installation von Zabbix empfiehlt. Nehmen Sie die Distribution, mit der Sie sich am besten auskennen. Eine sogenannte Enterprise Distribution ist nicht zwingend notwendig. Da die Software Zabbix weder bei SLES noch bei RHEL enthalten ist, ist diese vom Support durch den Hersteller der Distribution ohnehin ausgeschlossen. Wenn Sie Zabbix nicht nur zu Testzwecken installieren, wählen Sie eine Distribution, die einen langen Supportzyklus hat, zum Beispiel CentOS, Debian oder Ubuntu LTS.

Debian und Ubuntu bringen als einzige Distributionen fertige Zabbix-Pakete mit, doch sind diese in der Regel so alt, dass Sie Zabbix besser aus den Quellen installieren oder die von der Firma Zabbix LLC zur Verfügung gestellten Binär-Pakete nutzen. Binär-Pakete stehen nur für Debian, Ubuntu, Red Hat und CentOS zur Verfügung. Benutzer von OpenSUSE und SLES müssen zum Quellcode greifen und kompilieren.

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Benötigte Komponenten

Zabbix braucht neben den eigenen Softwarekomponenten einen Webserver und eine Datenbank.

Webserver:
In Frage kommen alle Webserver, die PHP interpretieren können. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welcher der am besten geeignete Webserver ist, nehmen Sie Apache2.

Alle Distributionen stellen fertige Pakete inklusive PHP5-Modul zur Verfügung. Die Installation und die Konfiguration des Webservers sind mit nur wenigen Kommandos in kurzer Zeit erledigt.

Es spricht aber nichts dagegen, Zabbix mit anderen Webservern, zum Beispiel lighttpd oder Nginx, zu betreiben.

Datenbank:
Bezüglich der Datenbank lässt Ihnen Zabbix nicht die freie Auswahl. Doch unter den unterstützten Datenbanken MySQL, PostgreSQL, DB2, Sqlite und Oracle sollte jeder eine Datenbank finden, mit der er oder sie zurechtkommt.

Sollten Sie sich noch nicht auf den Einsatz einer der genannten Datenbanken spezialisiert haben, dann ist MySQL ein gute Wahl. Alle Distributionen bringen fertige Pakete für MySQL mit, und auch für den Neuling ist das Installieren der Datenbank leicht zu bewerkstelligen.
Gegen den Einsatz von PostgreSQL spricht nichts. Diese Datenbank wird ebenfalls von allen Distributionen mitgeliefert.

Mit Ausnahme von Sqlite eignen sich alle Datenbankprodukte gleich gut, und keine dieser Datenbanken limitiert Sie in irgendeiner Form beim Aufbau großer Setups. Einzig beim Einsatz von Sqlite können Sie an Grenzen stoßen. Sqlite ist aufgrund seines minimalistischen Funktionsumfangs nicht für mittlere und große Setups geeignet. Sqlite verfügt zum Beispiel über keine Möglichkeiten, sehr große Tabellen zu partitionieren oder Caches zu verwenden.

Für Oracle und DB2 sollten Sie sich nur dann entscheiden, wenn Sie diese Produkte bereits an anderer Stelle einsetzen und über Erfahrung mit ihnen verfügen. Oracle und DB2 sind im Gegensatz zu MySQL und PostgreSQL keine Open-Source-Software. Es gibt zwar kostenlose Versionen der Datenbanken, doch fehlen diesen Versionen viele Funktionen, weshalb sie sich für große Setups nicht eignen. Oracle 10g Express Edition speichert beispielsweise nur 4GB Tabellendaten. Dieses Limit werden Sie aber schon bei 20 überwachten Hosts nach einigen Monaten überschreiten. Nutzen Sie Oracle und DB2 nur dann, wenn Sie über geeignete Lizenzen verfügen.

Wenn Sie schon vor der Installation wissen, dass Sie ein großes System mit vielen Hosts und Messpunkten mit Zabbix überwachen möchten, legen Sie schon während der Erstinstallation partitionierte Tabellen an. Weitere Information finden Sie im Zabbix-Wiki.

Hardware dimensionieren

Die Anforderungen an die Hardware hängen ganz von der Größe des Setups ab. Wenn Sie nur wenige Hosts überwachen und nur wenige Benutzer mit Zabbix arbeiten, dann können Sie den Zabbix-Server auch auf älterer Hardware vom Typ Pentium4 und 1 GB RAM betreiben.

Mit der Anzahl der überwachten Hosts steigt die Anzahl der Zugriffe auf die Datenbank, so dass ein schnelles IO-System und genügend RAM verfügbar sein müssen.

Wenn viele Benutzer mit Zabbix arbeiten und viele Graphen und Screens berechnet werden müssen, dann verbraucht der Webserver mehr Ressourcen, so dass eine entsprechend leistungsstarke CPU vorhanden sein muss.

Virtualisierung:
Virtualisierung ist auch bei der Installation des Zabbix-Servers eine gute Lösung. Sobald Sie an die Grenzen der Hardwareressourcen stoßen, können Sie der virtuellen Maschine mehr Ressourcen zuordnen oder mit der VM auf eine andere Hardware umziehen.

Aufgrund der relativ einfachen Installation ist es aber auch bei nicht virtualisierter Hardware möglich, den Zabbix-Server von einer physikalischen Serverhardware auf eine andere umzuziehen. Da Zabbix alle Daten in nur einer Datenbank speichert, ist nur das Kopieren der Datenbank notwendig. Somit kann der Zabbix-Server auf anderer Hardware ausgeführt werden. Das bedeutet, dass Sie Ihr Setup nicht bis ins letzte Detail vorher planen und die entsprechende Hardware anschaffen müssen.