Zabbix Schnellstart


Einleitung

Die nachfolgende Kurzanleitung führt Sie in die wichtigsten Konzepte von Zabbix ein. Sie lernen, welche Arbeitsschritte zum Einrichten eines Alarms notwendig sind. Benutzen Sie diese Anleitung bitte nur, um Zabbix kennenzulernen. Richten Sie Ihr komplettes Monitoring nicht nach dieser Anleitung ein. Ein zuverlässiges und skalierbares Setup können Sie nur mit dem Einsatz von Templates umsetzen.

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Den ersten Host anlegen

Loggen Sie sich als „Admin“ auf dem Webfrontend des Zabbix-Servers ein und klicken Sie im Hauptmenü auf Configuration|Hosts.

Wählen Sie rechts oben im Dropdown-Menü als Gruppe „all“ aus und klicken Sie anschließend auf Create (siehe Pfeil 3 in der nachfolgenden Abbildung). Legen Sie nun Ihren ersten Host an. Host kann dabei jede Art von Gerät im Netzwerk sein, sofern es über eine IP-Adresse oder einen DNS-Namen verfügt. Ob der Zabbix-Agent auf diesem Host installiert ist, spielt für den ersten Test keine Rolle.

Im Feld „Name“ können Sie einen beliebigen Namen zur Identifizierung des Hosts innerhalb von Zabbix wählen. Wenn Sie eine aussagekräftige Namensgebung in Ihrem DNS pflegen, ist es eine gute Praxis, die Felder „Name“ und „DNS-Name“ beide mit dem DNS-Namen auszufüllen.

Ordnen Sie den Host einer Gruppe zu. Zabbix verfügt bei der Erstinstallation immer über vier Beispielgruppen, die Sie aber nach Belieben ändern und erweitern können.

Geben Sie für den ersten Host im Feld „New Group“ den Wert „Experimental“ ein. Das erleichtert nachher die Zuordnung des Hosts.

Wählen Sie nun aus, wie Sie den Host ansprechen wollen: mit seiner IP-Adresse oder über seinen DNS-Namen. Füllen Sie dann mindestens eines der Felder „IP-Adresse“ oder „DNS name“ aus. Wenn Sie den Host per DNS-Namen überwachen, klicken Sie zusätzlich auf die Schaltfläche DNS, die dann hellblau hinterlegt ist.

Das Feld „Port“ lassen Sie jetzt und auch später in aller Regel unverändert mit dem Wert 10050 gefüllt. Auch wenn der Host nicht per Zabbix-Agent überwacht wird, lassen Sie den Wert eingetragen.

Alle anderen Eingabemöglichkeiten und Reiter ignorieren Sie und legen den Host dann mit einem Klick auf Add an.

Anlegen des ersten Hosts

Nach dem Speichern gelangen Sie wieder zur Liste der Hosts. Im Dropdown-Menü „Group“ sollte sich nun der neue Eintrag „Experimental“ wiederfinden. Und in der Liste der Hosts in der Gruppe „Experimental“ finden Sie nun den zuvor angelegten Host.

Die Liste der Hosts eingeschränkt auf die Hostgruppe „Experimental“

Das erste Item anlegen

Sobald Ihr erster Host angelegt ist, können Sie Zabbix anweisen, Daten von diesem zu sammeln.

Klicken Sie im Hauptmenü auf Configuration|Hosts. Wählen Sie oben rechts über das Dropdown-Menü die Gruppe „Experimental“ aus. In der Liste der Hosts klicken Sie rechts neben dem zuvor angelegten Host auf den Link Items. Die Liste der Items sollte leer sein. Rechts oben klicken Sie dann auf Create Item.

Als Erstes werden Sie prüfen, ob der Host auf ICPM Pings antwortet. Geben Sie Ihrem ersten Item im Feld „Description“ eine aussagekräftige Beschreibung, z. B. „Ping Check“.

Einen Pingtest führt der Zabbix-Server ohne die Hilfe des Agenten durch. Deshalb wählen Sie im Menü „Type“ den Wert „Simple Check“ aus.

Den passenden internen Zabbix-Schlüssel für das gewünschte Item müssen Sie nicht wissen. Über den Knopf Select kommen Sie zu einer Auswahl, in der Sie „icmpping“ anklicken. Wenn Sie als Itemtype „Simple Check“ ausgewählt haben, wird in den Zabbix-Versionen vor 2.0 diese Auswahl in der Auswahlliste der verfügbaren Checks nicht übernommen. Sobald Sie auf den Button Select hinter dem Eingabefeld „Key“ klicken, müssen Sie in dem sich öffnenden Popup oben rechts noch einmal „Simple Check“ auswählen. Erst dann erscheint „icmpping“ in der Spalte „Key“. Sobald Sie auf icmpping klicken, wird icmpping[<ip>,<count>,<interval>,<size>,<timeout>] in das Feld Key übernommen. Wir verwenden für den ersten Test keine Optionen für den Ping. Löschen Sie also alle Optionen inklusive der eckigen Klammern.


Belassen Sie die anderen Felder mit den vorgegebenen Standardwerten mit der Ausnahme „New application“. Als „application“ bezeichnet Zabbix eine Kategorie von Items, die eine Einheit bilden. Legen Sie für Ihr erstes Item die neue Gruppe „Availability“ an und schließen Sie das Anlegen des Items mit Save ab (siehe nachfolgende Abbildung).

Anlegen des ersten Items vom Typ Ping

In der Liste der Items sollten Sie nun das Item „Ping Check“ wiederfinden.

Die ersten Messwerte ablesen (Latest Data)

Bevor Sie den Messwert (Item Value) Ihres ersten Items verarbeiten, stellen Sie sicher, dass die Daten auch korrekt eingesammelt werden. Fahren Sie im Hauptmenü über die Kategorie Monitoring und klicken dann im Untermenü auf Latest Data. Wählen Sie rechts im Dropdown-Menü die Gruppe „Experimental“ und den zuvor angelegten Host aus. Warten Sie ggf. 30 Sekunden und reloaden Sie die Seite.

Das Item liefert Messwerte zurück.

Wenn Sie in der Gruppen- und Hostauswahl Ihren ersten Host nicht wiederfinden, haben Sie entweder bei der Installation des Zabbix-Servers oder beim Einrichten von Host und Item einen Fehler gemacht.

Prüfen Sie die Einstellungen des Hosts (IP-Adresse oder DNS-Name).

Wechseln Sie in das Menü Configuration|Hosts und klicken Sie hinter dem Hostnamen auf den Link Items. Nun sehen Sie die Liste der Items. Wenn die Daten eines Items nicht abgerufen werden können, finden Sie meistens einen Hinweis auf den Fehler in der Spalte „Error“. Fahren Sie mit der Maus über das rote Fehlersymbol. Nun sollten weitere Hinweise zum Fehler unter dem Mauszeiger erscheinen (Tooltip).

Wenn es einen Fehler beim Abrufen der Daten gab, wenn Sie zum Beispiel vergessen haben, das Kommando fping zu installieren, dann wechselt das Item in den Status „Not supported“. Nachdem Sie den Fehler behoben haben, klicken Sie auf „Not Supported“, damit Zabbix erneut versucht, mit dem Sammeln der Daten fortzufahren.

Schauen Sie sich die Logdatei des Zabbix-Servers an, die Sie meistens in der Datei /tmp/zabbix_server.log oder /var/log/zabbix/zabbix_server.log finden.

Treten Fehler beim Durchführen der Checks (Items) auf, werden diese als Tooltip angezeigt.

Sofern keine Fehler aufgetreten sind oder Sie diese beheben konnten, sollten Sie nun im Menü Monitoring|Latest Data Ihren ersten Host und die neu angelegte Applikation „Availability“ finden. Mit einem Klick auf das Plussymbol links neben der Applikation „Availability“ sehen Sie die Werte der Items und den Zeitpunkt der letzten Aktualisierung. Im Falle des PingTests bedeutet der Wert 1, dass der Ping erfolgreich war. Ihr Host ist erreichbar.

Testen Sie nun, ob der Zabbix-Server es bemerkt, wenn dieser Host nicht mehr erreichbar ist. Wenn Sie Ihren Testhost nicht ausschalten möchten, tragen Sie in die Konfiguration des Hosts eine nicht verwendete IP-Adresse ein.

Warten Sie ein Weile und verfolgen Sie die Änderungen für den Wert des Items „Ping Check“. Der Wert sollte schon nach kurzer Zeit auf 0 wechseln.

Die Messwerte haben sich geändert. Ein Host ist nicht mehr per Ping erreichbar.

Bringen Sie Ihren Testhost wieder online oder tragen Sie eine existierende IP-Adresse ein. Danach sollte der Wert für den Ping Check auf 1 wechseln.

Den ersten Trigger einrichten

Sobald der Zabbix-Server die Werte des ersten Items korrekt erfasst, können Sie den ersten Trigger einrichten.

Klicken Sie im Hauptmenü auf Configuration|Hosts. Wählen Sie rechts oben über das Dropdown-Menü die Gruppe „Experimental“ aus. In der Liste der Hosts klicken Sie dann in der Zeile des Testhosts rechts neben dem Hostnamen auf Triggers.

Die Liste der Trigger für den Host sollte leer sein. Klicken Sie oben rechts auf Create Trigger.

Geben Sie dem Trigger einen aussagekräftigen Namen. Dieser Name bildet auch die Betreffzeile für später versendete E-Mails. Tragen Sie zum Beispiel „Ping Check Failed“ ein. Tragen Sie nicht den Hostnamen in den Triggernamen ein. Dieser wird bei allen späteren Aktionen von Zabbix automatisch hinzugefügt.

Die Expression wählen Sie über den Knopf Add aus. Die Expression ist eine Funktion, die den Messwert verarbeitet und mit einem Sollwert vergleicht. Mit der Expression legen Sie fest, zu welcher Bedingung der Trigger den Status PROBLEM (wahr) oder OK (falsch) annimmt. Eine Expression setzt sich zusammen aus dem Wert eines Items, mathematischen Operationen und dem Vergleich mit einem anderen Wert, in der Regel einem festen Schwellenwert (siehe Abbildung).

Wählen Sie also über den Knopf Select das Item aus, das für diesen Trigger verwendet werden soll. Achten Sie darauf, dass Sie den richtigen Host auswählen, und klicken Sie dann auf Ping Check. Das Fenster schließt sich, und im Feld Item sollte nun „First Test:Ping Check“ eingetragen sein.

Sie legen zwar den Trigger für einen bestimmten Host an, könnten aber trotzdem Items anderer Hosts für den Trigger verwenden. Deshalb müssen Sie bei der Auswahl des Items noch einmal einen Host angeben. In der Regel ist das derselbe Host, für den Sie auch den Trigger anlegen.

Als „Function“ können Sie den Standard „Last value = N“ und „N=0“ unverändert lassen. Das heißt, der Trigger nimmt den Status „wahr“ an, wenn der letzte gemessene Wert des Items „Ping Check“ für den Host „First Test Host“ gleich Null ist.

Nachdem Sie also die „Expression“ definiert haben, kommen Sie in den ersten Dialog zur Konfiguration eines Triggers zurück. Wählen Sie nun noch die Dringlichkeit (Severity) dieses Triggers aus. Für den Anfang ist die Severity „Information“ eine gute Wahl.

Schließen Sie das Anlegen des Triggers mit Save ab.

Über Trigger definieren Sie, welche Messwerte einen Fehler darstellen.

Über das Hauptmenü Monitoring|Triggers können Sie jetzt den Status des Triggers ablesen. Sie sollten für Ihren gerade angelegten Trigger den Status „OK“ sehen.
Blockieren Sie noch einmal den Ping zum Testhost und prüfen Sie, ob der Trigger reagiert. In der Übersicht der Trigger sollte der Status von „OK“ auf „Problem“ wechseln.

Der erste Fehler wird angezeigt.

Den ersten Alarm auslösen (Action und Mediatype)

Wenn der zuvor eingerichtete Trigger funktioniert, können Sie nun den ersten Alarm per E-Mail verschicken.

Zum Versenden einer E-Mail sind noch drei Schritte notwendig:

  • die Konfiguration eines Mailservers,
  • das Einrichten einer Aktion und
  • die Angabe einer E-Mail-Adresse, an die Nachrichten geschickt werden.

Wechseln Sie ins Hauptmenü Administration|Mediatypes. Dort klicken Sie in der Spalte „Description“ auf E-Mail und geben einen SMTP-Server sowie die Absenderadresse an, mit der Zabbix die E-Mails verschicken soll.

Konfiguration des Mailservers zum Versenden von Alarmen

Als nächsten Schritt legen Sie die E-Mail-Adresse fest, an welche Zabbix die Mails schicken soll. Dazu klicken Sie im Hauptmenü auf Administration|Users. Oben rechts wählen Sie im Dropdown-Menü „users“ anstatt „user groups“ aus.
In der Spalte „Alias“ klicken Sie auf den Link Admin und dann im Reiter „Media“ auf Add. Tragen Sie im Feld „Send to“ eine E-Mail-Adresse ein. Für den ersten Test wählen Sie alle Dringlichkeitsstufen aus und belassen das Feld „When active“ auch mit den Standardwerten.
Zurück in der User-Konfiguration beenden Sie das Einrichten der E-Mail mit save.

Einrichten der E-Mail-Benachrichtigung für den User Admin

Klicken Sie im Hauptmenü auf Configuration|Actions. Wählen Sie rechts oben als Event Source „Trigger“ aus und klicken Sie Create Action.

Sie legen als Erstes eine universelle „Action“ an, die jede Art von Meldung auslösen kann. Geben Sie als Namen der Aktion zum Beispiel „Send Notification“ ein.

Als Standard-Betreff für die ausgehende Nachricht wird Ihnen {TRIGGER.NAME}: {TRIGGER.STATUS} vorgeschlagen. Ändern Sie den Betreff in {TRIGGER.NAME} {HOSTNAME}: {TRIGGER.STATUS}, damit der Hostname des Systems enthalten ist, bei dem ein Problem vorliegt.

Als „Event Source“ wählen Sie „Triggers“ aus. Die Standardplatzhalter, genannt Makros, können Sie übernehmen.

Im Reiter Conditions wählen Sie unter New Condition „Trigger value = Problem“ aus und fügen die Kondition mit dem Knopf add ein. Je nach Zabbix-Version ist diese Bedingung schon als Standard eingefügt. Eine ggf. auch automatisch hinzugefügte Bedingung „Maintenance status not in maintenance“ können Sie bestehen lassen.

Einrichten der Bedingungen für die Benachrichtigung im Fehlerfall

Als Letztes fügen Sie im Reiter Operations mit dem Link new eine neue Aktion ein. Wählen Sie als Operation type „Send message“ aus und wählen dann als „User group“ Zabbix administrators aus.

Einrichten einer E-Mail-Benachrichtigung im Fehlerfall

Bestätigen Sie mit add und klicken Sie dann im Kasten „Action“ auf Save.

Unterbrechen Sie nun wieder die Verbindung zum Testhost, dann sollten Sie eine E-Mail erhalten.

Eintreffen des ersten Alarms per E-Mail

Wie geht's weiter?

Sie haben nun die einzelnen Schritte zum Einrichten einer Alarmierung kennengelernt. Das Zusammenspiel von Item, Trigger und Action sollte nun klar geworden sein.

Im Kapitel Daten mit dem Zabbix-Agenten sammeln finden Sie zwei weitere konkrete Beispiele, mit denen Sie direkt fortfahren können. Sie lernen dann, wie Sie Daten über das Betriebssystem mit Hilfe des Zabbix-Agenten sammeln.